Christian Lindner (FDP)
Abgeordneter Nordrhein-Westfalen 2012-2017

Angaben zur Person
Christian Lindner
Geburtstag
07.01.1979
Berufliche Qualifikation
Studium der Politikwissenschaft, des Öffentlichen Rechts und der Philosophie
Ausgeübte Tätigkeit
MdL, Fraktionsvorsitzender
Wohnort
Meerbusch
Wahlkreis
Rheinisch-Bergischer Kreis II
Ergebnis
11,6%
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen
(...) Für den von Ihnen beschriebenen Fall wollen wir das Mindestarbeitsbedingungengesetz anpassen. (...)
Parlamentarische Arbeit
Fragen an Christian Lindner
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.07.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Lindner,

Im Landtagswahlkampf in NRW habe ich mit Zustimmung vernommen, dass Sie mit einer neuen Form der politischen Auseinandersetzung geworben haben (und hoffentlich auch weiterhin werben werden). Sie persönlich verkörpern dies auch immer sehr glaubwürdig. Sollte "ihre FDP" in dem Fall nicht auch entpolitisierende Werbegeschenke, wie bemalte Eier etc., unterlassen? Ich persönlich finde es immer beleidigend, wenn man glaubt sich mit Geschenken die Wählergunst sichern zu können und den Wähler somit nicht ernst nimmt.

Mit freundlichen Grüßen

F.
Antwort von Christian Lindner
bisher keineEmpfehlungen
18.07.2012
Christian Lindner
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Es freut mich, dass unser neuer Stil bei Ihnen Anklang gefunden hat.

Was die Werbegeschenke angeht, so weiß ich nicht genau, worauf Sie sich im Einzelnen beziehen? Für die FDP NRW jedenfalls kann ich sagen, dass mit Werbegeschenken keine Geringschätzung des Wählers verbunden ist. Im Gegenteil, diese dienen am Infostand in der Fußgängerzone ja eher dazu, erst die Aufmerksamkeit zu gewinnen und dann mit dem Bürger über politische Inhalte ins Gespräch zu kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Lindner, MdL 
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Inneres und Justiz
21.07.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Lindner,

nach meiner Wahrnehmung haben Sie sich in der Vergangenheit realistisch und kritisch mit dem Verhältnis Staat und Kirche auseinandergesetzt. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde bereits 1974 durch den Bundesparteitag der FDP ein Thesenpapier verabschiedet, das seitdem allerdings völlig in der Versenkung verschwunden zu sein scheint. Darin heißt es u.a: die Kirchensteuer ist durch ein kircheneigenes Beitragssystem zu ersetzen; Kirchenverträge und Konkordate sind aufzuheben; Staatsleistungen und finanzielle Sondervorteile sind zu annullieren; in den öffentlichen Gremien ist die Vertretung der Kirchen auf die jeweilige Funktion zu überprüfen usw.

Wie ist Ihre heutige Position zu diesem Papier, ist es noch maßgeblich für Ihre eigene Überzeugung und Ihre politische Arbeit? Falls ja, wie und wodurch wollen Sie in der Zukunft das Anliegen des Thesenpapiers größere Geltung verschaffen?

Vielen Dank und freundliche Grüße
Antwort von Christian Lindner
bisher keineEmpfehlungen
10.09.2012
Christian Lindner
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Für meine Positionierung zu diesem Thema darf ich Sie verweisen auf einen nach wie vor aktuellen Gastbeitrag in der FAZ: www.christian-lindner.de Ebenfalls geäußert habe ich mich dazu in einem Interview mit der ZEIT: www.christian-lindner.de

Mit freundlichen Grüßen
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Finanzen
25.08.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Lindner,

ich beziehe mich auf die Sendung Maybritt Illner vom 23.August.
Hier haben Sie zum wiederholten mal versucht, uns Zuschauer in die Irre zu führen, indem Sie sagten, dass die Reichen den Großteil der Einkommensteuer bezahlten, und damit unseren Staat finanzieren.

Ich werfe Ihnen vor, dass Sie, und mit Ihnen auch unsere Regierungspolitiker, immer gezielt mit dieser Halbwahrheit operieren.
Denn wie Sie wahrscheinlich sehr genau wissen, entspricht der Anteil der Einkommenssteuer am Gesamtsteueraufkommen gerade noch 38%. Der überwiegende Anteil kommt von Verbrauchssteuern, und diese bezahlen HartzIV Empfänger genauso wie diejenigen mit skandalösen Niedriglöhnen.
Genaugenommen kann man sogar sagen, dass diejenigen mit den kleinsten Einkommen die höchsten Steuern zahlen, prozentual gesehen zum verfügbaren Einkommen.

Bitte erklären Sie mir, wieso Sie diese Tatsachen in der öffentlichen Diskussion immer verschweigen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christian Lindner
bisher keineEmpfehlungen
31.08.2012
Christian Lindner
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Ihre Empörung über die Verbreitung von Halbwahrheiten kann ich sehr gut nachvollziehen. Gerade mit Blick auf Verteilungsfragen leide ich auch darunter. Allerdings gehe ich dabei von gänzlich anderen Voraussetzungen aus als Sie:
Sie zweifeln offenbar nicht meine Feststellung an, dass das oberste Zehntel bzw. Dezil der Einkommensteuerzahler über die Hälfte des Aufkommens erwirtschaften. Vielmehr vermuten Sie, dass ein wichtiger Aspekt - die Verbrauchssteuern - keine Erwähnung fand und dieser das Bild deutlich verändern würde.

In der Tat habe ich mich - nicht zuletzt wegen der Kürze der verfügbaren Zeit – auf die Einkommensteuer beschränkt. Jedoch verändert sich das von mir gezeichnete Bild auch durch die Einbeziehung der indirekten Steuern (MwSt, EnSt, KfZSt) nicht wesentlich: Hier tragen die ersten fünf Dezile der Fälle des Haushaltsbruttoeinkommens knapp 30% des Aufkommens. Die oberen fünf demnach nahezu 70%.

Die von Ihnen nicht angesprochenen Zahlungen in die Sozialversicherung erwähne ich der Vollständigkeitshalbe noch: Auch hier tragen die starken Schultern den Großteil der Zahllast (die obersten beiden Dezile der Einkommensteuerfälle tragen hier über 40% des Aufkommens).

Damit Sie mich richtig verstehen: Ich bin für eine Besteuerung nach Leistungsfähigkeit. Deshalb halte ich unser Steuersystem im Großen und Ganzen verteilungspolitisch auch für gerecht - einfacher kann es werden und mittlere Einkommen könnten ein Stück entlastet werden, insbesondere hinsichtlich der "kalten Progression". Für klassenkämpferische Parolen, wie von Frank Bsirske in der angesprochenen Sendung, sehe ich jedoch nicht nur keine Notwendigkeit: Ich halte sie für gefährlich.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Lindner, MdL
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Finanzen
01.09.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Lindner,

auf Ihre Antwort vom 31.8. auf meine Fragen möchte ich gerne noch näher eingehen.

1. Ich denke, das ist keine Zeitfrage, wenn man in einer Diskussion der Richtigkeit halber noch erwähnt, dass der Anteil der Einkommenssteuer lediglich ein gutes Drittel des Gesamtsteueraufkommens beträgt.
Ist es nicht eher so, dass Sie diese Diskussion im Grunde genommen vermeiden wollen, weil damit Ihre Argumentation, dass überwiegend die Reichen den Staat finanzieren, in sich zusammenfällt?

2. Wer welchen Anteil an der Einkommenssteuer leistet, können die Finanzämter leicht ermitteln.
Aber erklären Sie mir doch bitte, wie sie erfassen wollen, wer welchen Anteil an den indirekten Steuern trägt? Müssen Sie etwa Ihre Finanzen offen legen, wenn Sie Waren konsumieren oder Energie verbrauchen? Wie kommen Sie zu Ihren dargestellten Zahlen?

3. Auch ich bin für eine Besteuerung nach Leistungsfähigkeit. Und gerade deshalb halte ich unser Steuersystem verteilungspolitisch für völlig UNGERECHT.
Zum einen sprechen Sie es selber schon an, die "kalte Progression". Dazu haben Sie in den letzten Jahren jedoch nichts geliefert.
Zum anderen frage ich mich, wieso geben Sie den Bestverdienern und Reichen Abschreibunsmöglichkeiten an die Hand, von denen OttoNormalverbraucher nur träumen kann?
Warum haben wir Spitzensteuersätze, wenn ein bestimmter Personenkreis sich letztendlich arm rechnen darf?

4. Was hat das bitte mit Steuergerechtigkeit zu tun, wenn sich Kriminelle, die sich der Steuer entziehen und dann erwischt werden oder sich selber anzeigen, lediglich 25% auf ihre Zinseinkünfte leisten müssen ( Steuerabkommen mit der Schweiz)?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christian Lindner
bisher keineEmpfehlungen
20.09.2012
Christian Lindner
Sehr geehrter Herr ,

für Ihre erneute Nachricht vielen Dank.

Die Abschaffung der Kalten Progression ist am Bundesrat gescheitert: Es waren die von SPD und Grünen geführten Länder, die den schwarz-gelben Gesetzesentwurf blockiert haben. Das Gesetzesvorhaben befindet sich nun im Vermittlungsausschuss.

Was die Abgeltungssteuer betrifft: Diese haben nicht wir eingeführt, sondern andere – mit durchaus guten Gründen. Der ehemalige SPD-Finanzminister wusste schon, dass 25 Prozent von x mehr ist, als 45 Prozent von nix. Aus Sicht der FDP gibt es keine Notwendigkeit, sich hinter den damaligen Kenntnisstand zurückzubegeben.
Zu den vermeintlichen Abschreibungsmöglichkeiten, die Sie ansprechen: Diese sind seit Jahren abgeschafft. Was konkret meinen Sie? Mir scheint, dieses Vorurteil kommt aus der Mottenkiste.

Zuletzt noch ein Wort zum Steuerabkommen mit der Schweiz: Steuerhinterziehung ist ein Angriff auf das Gemeinwohl und muss verhindert werden – da sind wir uns einig. Ich warne aber davor, Steuerhinterziehung gegen Diebstahl auszuspielen, obwohl beide Delikte vom Rechtsstaat zu unterbinden sind. Der Staat muss sich an seine eigenen Gesetze halten. Willkür ist kein Mittel rechtstaatlichen Regierungshandels. Das Steuerabkommen wäre daher in jedem Fall besser als der Status Quo.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Lindner, MdL
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
03.09.2012
Von:

Guten Tag, Herr Lindner

halten Sie es für richtig, das die ARD und das ZDF für die deutsche Fußball-Liga und den Übertragungsrechten für eine Spielzeit zusätzlich 620 Millionen Euro bezahlt?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christian Lindner
bisher keineEmpfehlungen
10.09.2012
Christian Lindner
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Da ich dem Bundestag jedoch nicht mehr angehöre und Sie mit Ihrer Frage aber ein bundespolitisches Thema ansprechen, möchte ich Sie bitten, dass Sie sich an Herrn Burkhardt Müller-Sönksen MdB, den Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Medienpolitik, werden. Er wird Ihnen sicherlich kompetent weiterhelfen können. Sie erreichen Ihn unter: mdb-b@soenksen.de .

Mit freundlichen Grüßen
X
Antwort empfehlen
Ihre Frage an Christian Lindner
Sie befinden sich auf einer Archivseite. Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.