Katrin Göring-Eckardt (DIE GRÜNEN)
Abgeordnete Bundestag

Angaben zur Person
Katrin Göring-Eckardt
Geburtstag
03.05.1966
Berufliche Qualifikation
Politikerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Bundestages, Fraktionsvorsitzende
Wohnort
Ingersleben
Wahlkreis
Gotha - Ilm-Kreis
Landeslistenplatz
1, Thüringen
(...) Im Kampf gegen den IS gibt es nicht die eine richtige Strategie. Für die terroristischen Akte des IS in Europa braucht es andere Antworten als beim Kampf gegen den IS im Irak oder in Syrien. Bildung und Prävention um die Radikalisierung junger Menschen in Europa zu verhindern gehört genauso dazu, wie die Bekämpfung des militärischen Arms und die Austrocknung seiner Geldquellen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Soziales
16.04.2017
Von:
Ute

Frau Göring-Eckardt,

das aktuelle Grüne Thema Mülltrennung ist m.E. seit Benno’s WG Küche (Lindenstraße ca. 1985) umfassend gelöst. Ich lebte gerne in einem Land, dessen Sozialgefüge nicht von OECD zu Recht (und ohne Erwähnung von Mülltrennung) kritisiert wird. Daher folgende Fragen an Sie:

Haben Sie eine Stimme zur vordringlichen Verkehrssteuer -nicht Maut- sondern FFT! www.finanztransaktionssteuer.de

Stimmlos fürchtete ich fast, frühere politischen Aussagen (Alle "Zitate" aus Wikipedia zu Ihnen) über "mutig" und "notwendig für das Gemeinwohl", "Frühling der Erneuerung" und "Bewegungsangebote" gelten nur für den Jobcenter Kundenteil der Bevölkerung. Oder besteht dieser Anspruch auch an die kleine Clique von ca. 3-4% Aktienspekulanten, denen hier im Vergleich zu UK und Frankreich das Geld ohne "Bewegungsnotwendigkeit" in den Sack fließt? de.wikipedia.org

Sie WAREN Harz4- und Agenda-2010-Befürworterin. AKTUELLES Ergebnis dessen ist immer größere Spaltung der Gesellschaft. Das erforderte just Schönfärben des Armutsberichtes: www.zeit.de

So könnten wohl bald auch alle 4 Tempelreinigungsszene der Evangelien entfallen, denn die Deutsche Börse kaufte gerade eine Wechselstube (360T) aber will gottgewollt agieren. Möglich, dass der in Gemeinschaft gelebte Islam bald bessere Sozialstrukturen als Christen hat, daher die Frage: Welche Sozial- und Wirtschaftspolitik sind zukünftig von Ihnen und Wann zu erwarten?

Wie viel Müllrecyclingstruktur können Sie mit Einnahmen aus FFT finanzieren?
Finanztransaktionssteuer wie fast in jedem EU-Land - Wann?
Bankenwechselservice wie in UK - Wann?
Goldene Aktie wie bei VW bei systemkritischen AG`s wie z.B. Müllrecycling - Wann?
Umbau in kinderfreundliche Gesellschaft inkl. sozialer Mobilität bei Bildung (OECD!)- Wie und Wann?

MfG
Ute
Antwort von Katrin Göring-Eckardt
bisher keineEmpfehlungen
18.04.2017
Katrin Göring-Eckardt
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Die Fragen im von Ihnen (wahrscheinlich) angesprochenen Interview stellte die Redaktion der Bild am Sonntag (16.4.2017). Da Frau Göring-Eckardt dort nicht zur Finanztransaktionssteuer befragt wurde, konnte Sie sich zu dieser Frage auch nicht direkt äußern. Gerne teile ich Ihnen aber mit, dass wir die Einführung einer effektiven Finanztransaktionssteuer befürworten. Sie finden diese Position u.a. in einer Pressemitteilung von 2015 (s. www.gruene-bundestag.de ) und in unserem Entwurf des Wahlprogramms zur Bundestagswahl (Abschnitt GS-WG-01, www.gruene.de ).

In keinem Fall aber steht die faire Besteuerung von Finanztransaktionen in einem Widerspruch zu einer besseren Organisation der Mülltrennung - und insbesondere der Müllvermeidung - in Deutschland. Wir würden uns über Ihre Unterstützung in beiden Punkten freuen und empfehlen überdies einen Blick in unseren Programmentwurf auf www.gruene.de .

Mit freundlichen Grüßen
Büro KGE
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Frage zum Thema Soziales
25.04.2017
Von:

Wie stehen Sie zur Abschaffung der Sonderalterssicherungssysteme für Beamte und Freiberufler und stattdessen zur Einführung einer Erwerbstätigenversicherung für alle Berufsgruppen (z.B. nach niederländischem Vorbild)?

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.
X
Frage zum Thema Soziales
02.05.2017
Von:

Sehr geehrte Frau Göring-Eckhardt,

warum setzen sich die Grünen nicht für eine richtige Rentenreform ein?
Alle müssen einzahlen! Österreich hat es auch geschafft sein Rentensystem zu reformieren! Deutschland nicht! Oder die Schweiz! Den Schweizern kann man nun wirklich nicht nachsagen, dass sie ein sozialistisches System haben, oder? Es zahlen eben alle 10 % ein, vom Multimillionär bis zum einfachen Arbeiter- eben alle. Es gibt eine Mindestrente von der man leben kann und eine Höchstrente und wer mehr will und es sich leisten kann, spart noch zusätzlich. Also eine Umverteilung von Oben nach Unten... . Warum geht das bei uns nicht?Als einfacher Arbeiter mit geringem Lohn steuert man bei uns direkt in eine Rente von der man nicht leben kann. Als Alleinerziehende(r) sowieso! Nicht jeder kann Beamter werden und sich auf eine schöne Pension freuen! Tun Sie bitte etwas, bevor die Schere noch weiter auseinander geht. Viele Rentner gehen schon jetzt ins Ausland, um noch einigermaßen zurecht zu kommen. Kaufkraft geht verloren... auch wenn diese pro Rentner gering ist... macht es die Masse! Wann kommt diese Rentenreform endlich??

Vielen Dank.
MfG K.
Antwort von Katrin Göring-Eckardt
1Empfehlung
08.05.2017
Katrin Göring-Eckardt
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Wir Grüne fordern schon sehr lange die Einführung einer Bürgerversicherung mit dem Ziel, dass alle Bürgerinnen und Bürger in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Schon heute müssen in einem ersten Schritt nicht anderweitig abgesicherte Selbständige, Beamtinnen und Beamte, Minijobberinnen und -jobber, Langzeitarbeitslose und Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden. Österreich hat Deutschland bei der Rente tatsächlich einiges voraus. Allerdings hat sich das österreichische Rentensystem deutlich anders entwickelt, insofern waren die Reformen dort leichter umsetzbar. Eine Bürgerversicherung allein wird für eine sichere Rente allein auch nicht reichen. Das Rentenniveau muss stabilisiert werden. Das heutige, gegenüber dem Jahr 1998 bereits erheblich abgesenkte Rentenniveau, sollte nicht weiter fallen. Dabei müssen Rentenniveau und Beitragssatz in einem angemessenen Verhältnis stehen, sodass auch die junge Generation weiter in die gesetzliche Rente vertrauen kann.

Für langjährig Versicherte wollen wir eine Garantierente zur Verhinderung von Altersarmut. Menschen, die den größten Teil ihres Lebens versichert waren, die gearbeitet haben, Kinder erzogen, andere Menschen gepflegt oder sonstige Anwartschaften in der Rentenversicherung erworben haben, sollen im Alter eine Rente beziehen, die oberhalb der Grundsicherung liegt - ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Anrechnung von betrieblicher und privater Altersvorsorge. Frauen muss eine eigenständige Existenzsicherung ermöglicht werden. Die geschlechtsspezifische Rentenlücke muss geschlossen werden. Hierbei müssen in erster Linie die Benachteiligungen von Frauen am Arbeitsmarkt beseitigt sowie die bessere Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit ermöglicht werden.

Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass Menschen mit geringerem Einkommen sehr oft in der Altersarmut landen. Deshalb sind wir Grünen der Ansicht, dass ein gutes Leben im Alter auch grundlegend davon abhängt, ob die eigene Wohnung geeignet und bezahlbar ist. Auch im Alter brauchen Menschen die Sicherheit, weiter in den vertrauten vier Wänden leben zu können. In der Nähe von Menschen, die sie kennen oder im vertrauten Viertel, in dem sie große Teile ihres Lebens verbracht haben. Mit möglichst kurzen Wegen zum Arzt oder Bäcker. Grüne Wohnungspolitik muss dafür sorgen, dass Mieten bezahlbar und den Einkommensverhältnissen angepasst bleiben. Damit ist ein wichtiger Schritt für selbstbestimmtes Wohnen und Leben getan.

Die grüne Bundestagsfraktion setzt sich für ein sozialökologisches Mietrecht ein, stärkt Programme zum sozialen Wohnungsbau und fördert Wohnformen, die am Gemeinwesen orientiert sind. Fair, gut und günstig zu wohnen - das muss allen Menschen möglich sein, auch mit kleinem Einkommen oder kleiner Rente. Diese Reformen müssen endlich beginnen, denn sie sind nicht von heute auf morgen zu erreichen. Allerdings zeigt die Große Koalition kein Interesse daran. Wir Grünen können aber erst dann darauf Einfluss nehmen, wenn wir an der Regierung beteiligt sind.

Mit freundlichen Grüßen
Büro Göring-Eckardt
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